"von Dir zu Mir"  

über beide Jura-Ketten von 

Bern (CH) nach Lörrach (D) 

unterwegs auf einem ganz besonderen Weg

Vorwort:

Seit ziemlich genau vier Jahren trennen uns, Pascal und mich,  über 100 Kilometer und wir fahren diese Strecke von (D) Lörrach-Hauingen nach (CH) Bern-Schliern Woche für Woche mit dem Auto oder der Bahn. Und da das Laufen zu unserem Leben dazu gehört, haben wir uns gedacht, könnten wir diesen Weg ja auch einmal zu Fuss gehen. Natürlich nicht entlang der Autobahn oder der Bahnlinie, sondern landschaftlich mega reizvoll quer über die beiden JURA-Ketten.

 

1. Etappe  (Sonntag, 08.04.2018)

Kanton Bern

von BE-Schliern nach Münchenbuchsee

 

Distanz: 14,84 Kilometer 

Steigungen: 201,2 m

 

Gestartet sind wir bei strahlendem Sonnenschein in Schliern, ca. 6 Kilometer ausserhalb von Bern.

...vorbei an Köniz

...hat uns der Weg zunächst nach Bern geführt.

Am Stadtrand sind wir am "freien Land Zaffaraya" vorbeigekommen. Etwas, das ich bisher echt nicht gekannt habe und das ich niemals in der Schweiz vermutet hätte... ;-)

Der autonome Lebensraum besteht seit dem 31. Juli 1985 mit wechselnden Standorten, und entstand im Zuge der damaligen Jugendunruhen. Heute steht die Siedlung auf einem Autobahnschutthügel im Neufeld. 

Von drei stark befahrenen Strassen umrahmt, haben sich die Bewohner hier eine eigene kleine Welt geschaffen.

Was als Provisorium begann, besteht heute aus zahlreichen Wohngebäuden mit Bäumen, Gärten und sogar einem eigenen Teich.

Die Gruppe zählt an die 26 Personen zwischen 1 und 60 Jahren. 

Nach einer schönen Strecke durch den Wald sind wir wenige Kilometer weiter auf diese wunderschöne und sicherlich sehr alte Aare-Brücke gestossen.

DAS ist noch echte, alte Handwerkskunst.

Im Hintergrund ein neueres Brückenmodell... ;-)

Und hier wird die Aare abwärts von einem tollen Wanderweg entlang zahlreicher privater Gärten gesäumt.

Das anstrengendste Stück auf dieser Etappe war diese Treppe mit rund 200 Stufen und dem daran anschliessenden Hang bis hinauf an den Waldrand.

Der Frühling ist da.

Hier noch mal ein Blick zurück auf die alte Brücke.

Leider hat das Wetter nicht gehalten, was es beim Start noch versprochen hatte. Aber an den nackten Beinen könnt ihr erkennen, dass es doch schon ziemlich warm war.

Blick zum Ulmitzberg mit dem Turm - und im Hintergrund hätten wir die Alpenkette gesehen, wenn die Sicht besser gewesen wäre. 

Pascals Ausdruck? Na, "endlich wieder Wandern" ;-)

Ab hier war es sehr ländlich und toll zum Wandern.

Zollikofen - Graben, fast wie Venedig :-)

...und auch hier erste Frühlingsboten.

Ländlich, keine Autos und freie Sicht - so habe ich es am liebsten.

Und schon waren wir am Ziel der ersten Etappe:  Münchenbuchsee.

 

2. Etappe  (Sonntag, 15.04.2018)

Kanton Bern

von Münchenbuchsee nach Fraubrunnen

 

Distanz: 11,54 Kilometer 

Steigungen: 161,5 m

Unterwegs zwischen den Alpen und dem Jura, erlebt man auf dieser Tour ein ganz besonderes Stück der Schweiz. Sehr ländlich, sehr beschaulich - und doch nahe der Stadt mit all dem Trubel und der Hektik.

So sonnig wie der Tag, so sonnig war auch unsere Stimmung ;-)

So schön, dass endlich wieder Frühling ist.

Die ganzen Kilometer über hat uns ein sanftes Bergauf und Bergab begleitet.

Idyllischer Baggersee

...und hier hat sich jemand in einem Kunstwerk verewigt. Ein echter Holz-Bär im Kanton Bern...

...und gleich daneben wird eine Kuh verherrlicht. Hier wohnt entweder ein Vegetarier ;-) oder aber das krasse Gegenteil, ein echter Fleichverehrer...:-( (die Kuh und ich hoffen auf den Vegi...)

...diese lustigen Gesellen am Wegesrand hatten teilweise echt einen sehr grimmigen Gesichtsausdruck, da war ich wirklich froh um den Zaun zwischen uns...

Die Landschaft hier ist wirklich herrlich. Hügelig, aussichtsreich und in keinster Weise langweilig.

Wieder voll in Action, sozusagen aus dem Winterschlaf erwacht...;-)

...und es ist so richtig schön, dass wir wieder ohne Mütze und Handschuhe laufen können... :-)

Wanderweg im Kanton Bern, wie immer allerbeste Beschilderung.

...und hier sind wir schon am Etappenziel angekommen, das kleine Örtchen "Fraubrunnen", genau zwischen Bern und Solothurn gelegen. Leider konnten wir aus zeitlichen Gründen nicht weiter laufen.

...ein kleiner Frühlingsgruss...

 

3. Etappe  (Mittwoch, 18.04.2018)

Kanton Bern, Kanton Solothurn

von Fraubrunnen nach Solothurn

 

Distanz: 17,54 Kilometer 

Steigungen: 156,3 m

 

 

Mittwoch Nachmittag...und wir haben einfach frei und laufen durch die schöne Schweiz...toll, oder? ;-)

Die heutige Tour war die Schönste bisher auf dieser Strecke. Abwechslungsreich und ganz viel am Wasser entlang, sie gehört auf alle Fälle mit zu denen, die ich jederzeit wieder laufen würde.

In der Ferne könnt ihr das Jura-Gebirge erkennen. Es kommt so langsam näher...

Fast schon sommerlich warm, so hab ich das gern ;-)

Auf dieser Etappe gibt es Wege, die sehen aus wie mit dem Lineal gezogen. Ewig lang und absolut kurvenlos.

Irgendwie Idylle pur, findet ihr nicht auch?

Kommt raus aus eurem Ameisenbau, geht hinaus in die Natur, geniesst die Schönheit, die Farben, die Sonne und einfach das ganze Leben!

Die Farbe des Wassers auf diesem Foto empfinde ich als genial. Sie drückt für mich eine Einfachheit aus und ist gleichzeitig total intensiv und kraftvoll. Wasser ist Leben - auf diesem Bild irgendwie ganz besonders. Dieses Gefühl hatte ich schon einmal, vor 2 Jahren auf Mallorca beim Brunnen "Sa Menta".

...und wer hier wohnen darf, der hat sich ein ganz besonders prächtiges Fleckchen Erde ausgesucht.

Pascal und die militärische Brücke

Hier ein weiteres Wegstück, das schnurrgerade, fast wie ein Nordseedeich, mitten durch ein Waldgebiet führt. Durch das junge Grün der Bäume wirkt der Weg ein wenig wie ein Tunnel.

Das Flüsschen "Emme" kannte ich bisher nicht, ich könnte mir aber gut vorstellen, an einem heissen Sommertag nochmals hier her zu kommen, am Ufer ein Feuerchen zu machen, baden und in der Sonne zu liegen... ;-)

Wie man auf dem Wanderzeichen gut erkennen kann, haben wir inzwischen den Kanton Bern verlassen und sind im Kanton Solothurn angekommen.

...und hier der entsprechende Grenzstein.

Wolkenloser Himmel und eine strahlende Sonne - genau so ist es am Schönsten für mich, nicht nur optisch.

Die Jurakette kommt näher...man kann sogar schon den Weissenstein erkennen, den wir auf der nächsten Etappe überqueren werden...puuuuhhhh....;-)

...und wer viel wandert, der darf auch viel essen...

Knapp vor dem Gebirge liegt unser heutiges Etappenziel: Solothurn

Eine tolle Stadt, die mir wirklich sehr gut gefällt.

...allerdings sind wir heute nur kurz da gewesen. Von hier aus sind wir in den Zug gestiegen und zurück nach Fraubrunnen gefahren, wo wir das Auto stehen hatten.

Solothurn - schönste Barockstadt der Schweiz

Nur schade, dass es immer wieder Menschen gibt, die alles kaputt machen, bzw. in diesem Fall drübermalen, müssen. Ist doch echt irgendwie doof...

Naja....jetzt freuen wir uns jedenfalls auf die nächste Etappe, auf der es mächtig aufwärts geht. Seid gespannt... :-)

 

4. Etappe  (Freitag, 20.04.2018)

Kanton Solothurn

von Solothurn nach Welschenrohr

 

Distanz: 15.01 Kilometer 

Steigungen: 901 m

Oh Schreck...was kommt da auf uns zu.... ;-)

Über den WEISSENSTEIN nach WELSCHENROHR - das war der Plan für diesen Nachmittag. So eine Jura-Überquerung hat es echt "in sich", da es nicht nur viele Höhenmeter zu überwinden gibt, sondern auch jede Menge Felsen und Kletterpartien zu meistern sind. Aber es ist auch eine sehr spannende Tour, sehr abwechslungsreich und durch die Höhenmeter auch so richtig aussichtsreich, zumal wir an diesem Tag mit 28 Grad und durchgehendem Sonnenschein auch das perfekte Wanderwetter hatten.

Mit dabei war heute auch wieder Merlin, der inzwischen ein richtig guter Wanderer ist. 

Noch strahlt er mit der Sonne um die Wette, aber das Foto entstand ja auch vor dem grossen Aufstieg. Mal sehen, wie viel von dem Lachen nach der Tour noch übrig ist... ;-)

Vom schönen Solothurn aus ging es zunächst durch die bekannte VERENASCHLUCHT bis hinauf zur EINSIEDELEI. Wer schon mal in Solothurn war, kennt sie bestimmt. Jahrelang habe ich dort mit Gruppen an einem jährlich stattfindenden Nordic-Walking-Event teilgenommen - und da führte uns die Strecke auf dem Rückweg ebenfalls durch diese Schlucht.

Heute war der Wasserstand nicht sehr hoch...

"Die EINSIEDELEI St. Verena gehört zu den bedeutendsten Landsschaftsgärten in der Schweiz. Neben zwei barocken Kapellen gibt es hier auch eine Klause der Einsiedler.

In der Höhle hinter der Martinskapelle soll die Heilige Verena gewohnt und gewirkt haben. Ihr ist die Verenakapelle geweiht.

Nahe dem nördlichen Ausgang der Verenaschlucht liegt seit vielen hundert Jahren die von einem Waldbruder / Einsiedler oder einer Eremitin bewohnte Einsiedelei. Die ganze Anlage steht unter kantonalem Denkmalschutz."

 

Oberhalb der Einsiedelei betritt man diese Hochebene, die in sattem Frühlingsgrün vor uns lag.

Und hier kommt unsere heutige Herausforderung: Der Jura von seiner schönsten Seite. Felsig und steil präsentiert er sich uns, mächtig und prächtig zugleich.

Über Felsen zu klettern gehörte genau so dazu, wie sich an Abhängen entlang zu hangeln oder den richtigen Weg zu finden. Es war irgendwie sehr abenteuerlich und gleichzeitig total schön und interessant. Und vor allem die Ausblicke haben mich von Meter zu Meter mehr begeistert.

Allerfeinste Alpensicht den ganzen Tag über, Sonne satt und das tolle Gefühl, über die ganze Schweiz blicken zu können...

Hier eines der ganz wenigen geraden Wegstücke. Ansonsten ging es echt nur aufwärts...

Und dann, endlich, wir haben schon fast nicht mehr daran geglaubt, lag der Gipfel in greifbarer Nähe vor uns. Die letzten 30 Minuten der Strecke mussten wir ziemlich steil aufwärts gehen, ganz ohne Abwechslung, einfach nur gerade aus... 

Hier noch die letzten Meter, und wie man genau sehen kann, sind in dieser Höhe noch gar keine Blätter an den Bäumen...

Wirklich eine super schöne Tour, ganz anders wie die drei vorangegangenen, anspruchsvoller und abwechslungsreicher, aber irgendwie war trotzdem jede auf ihre Art toll.

Die kurze Gipfelpause hatten wir uns wirklich verdient.

901 Höhenmeter aufwärts - und wir können trotzdem noch lachen... :-)

Merlin strahlte tatsächlich noch und hat das selbe Lächeln im Gesicht wie beim Tourbeginn... ;-)

Auf der Rückseite vom Weissenstein lag immer noch Schnee...

Das frische Frühlingsgrün ist einfach jedes Jahr aufs Neue wunderschön. So hell, so kraftvoll und fast schon aus sich selbst leuchtend, bereichern die noch jungen Blättchen die Atmosphäre im Wald und verbreiten eine grosse Energie.

Fast wie eine Insel liegt der kleine Ort WELSCHENROHR im Tal, eingebettet zwischen den beiden Juraketten. Das gegenüberliegende Gebirge wird dann die Herausforderung für unsere nächste Tour.

Wer diesen Schotterweg angelegt hat, der hat mit Sicherheit nicht an Wanderer gedacht. Die Steine auf diesem Weg sind so gross, dass es weit von gemütlichem Wandern entfernt ist. Aber der Weg an sich und vor allem die Ausblicke waren auf diesem letzten Stück wirklich mega klasse.

Vater und Sohn - gemeinsam dem Ziel entgegen.

Von DIR zu MIR ist eine tolle und abwechslungsreiche Tour, die mir bis jetzt sehr gut gefällt. Und ich bin wirklich sehr gespannt, wie es weitergeht ;-)